Merkmale der Katzen

von Antonia Vogel & Judith Voce

Bild: Judith Voce
Bild: Judith Voce

 

 

 

Katzen sind von geschmeidigem Körperbau (mit der Ausnahme des Geparden, dessen Lebensweise einen steiferen,  drahtigeren Körpertyp erfordert), mit kräftigen Muskeln und sehr beweglichen Gelenken. Sie haben eher einen rundlichen Kopf mit relativ kurzer Schnauze und nach vorn gerichteten Augen.

Gebiss

Katzen besitzen ein spezialisiertes Fleischfressergebiss, d.h. sie haben große Eckzähne, zum Packen und schnellen Töten der Beute, und scharfe, seitliche Reißzähne, um Fleisch zu zerteilen. Zum Vergleich: Allesfresser wie Menschen oder Hunde haben eher flache, kräftige Backenzähne, um auch pflanzliche Nahrung zu zerkauen.

Verändert (Ausschnitt) nach Brocken Inaglory (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Tasthaare

Foto: Judith Voce
Foto: Judith Voce

Die Tasthaare der Katze (Vibrissen, oft auch Schnurrhaare genannt) geben Katzen eine einzigartige Sinneswahrnehmung: Die Fähigkeit, bei absoluter Dunkelheit ihre Umgebung umrisshaft wahrzunehmen, indem sie Luftbewegungen spüren. Außerdem helfen die Tasthaare bei der Jagd, da die Katze so die Lage der Beute erspürt und den Ansatz für den Tötungsbiss findet (bei kleiner Beute wie z.B. Mäusen).

Diese Tasthaare haben Katzen übrigens nicht nur an der Schnauze, sondern auch seitlich am Kopf, über den Augen und an der Innenseite ihrer Vorderläufe.

Pfoten und Krallen

Foto: Judith Voce
Foto: Judith Voce

Die Ballen der Pfoten sind vergleichsweise weich, tastempfindlich und gepolstert, bei kältelebenden Arten oft durch dickes Fell geschützt. Bis auf wenige Ausnahmen (Gepard, Fischkatze, Flachkopfkatze) haben alle Katzenarten sichelförmige, einziehbare Krallen, die nur bei Bedarf (Jagd, Kampf, Fellpflege, Klettern) ausgefahren werden und so scharf bleiben.

Mechanismus der Katzenklaue   von Al.maier (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Augen

Foto: Judith Voce
Foto: Judith Voce

Durch die Ausrichtung der Augen haben Katzen ein großes räumliches Sehfeld, eine wichtige Eigenschaft für Raubtiere. Die Augen sind generell groß, ausdrucksvoll und sehr lichtempfindlich. Mit Hilfe eines Restlichtverstärkers in der Netzhaut – dem sogenannten Tapetum lucidum - können Katzen im Dunkeln ausgezeichnet sehen.

Das Farbsehvermögen hingegen ist gerade bei nachtaktiven Katzenarten oft eingeschränkt. Die Pupille der Katzen zieht sich schlitzförmig (viele Kleinkatzen) oder punktförmig (Großkatzen) zusammen.

Ohren

Foto: Judith Voce
Foto: Judith Voce

Das Gehör ist neben dem Gesichtssinn der am stärksten ausgeprägte Sinn. Katzenohren sind im allgemeinen groß und sehr beweglich, und so gebaut, dass das Tier den Ursprung eines Geräusches sehr gut lokalisieren kann (Richtungs-hören).

Zunge und Geschmackssinn

Katzenzungen sind flach, beweglich und mit kleinen, nach hinten gerichteten Hornraspeln (Papillen) besetzt: diese sind wichtig für die Körperpflege und zum Abschaben von Fleischresten vom Knochen. Katzen können wie Menschen "sauer", "salzig", "bitter" und "umami" unterscheiden, allerdings ist der Sinn für "süß" entweder sehr schwach oder fehlt je nach Art ganz.

Ausschnitt, by Tony Hisgett from Birmingham, UK (Sumatran Tiger 2a) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Geruchsinn

Der Geruchssinn der Katze ist weniger stark ausgeprägt als z.B. der des Hundes und spielt bei der Jagd keine große Rolle, ist aber im Sozialverhalten durchaus von Bedeutung (Reviermarkierung, Partnersuche, Nestgeruch...).